In Wien hat der Regisseur Romeo Castellucci eine 40-minütige Show gezeigt, bei der das Publikum Masken trägt und eine Hinrichtung auf der Bühne miterlebt – aber eigentlich ist alles nur ein Rätsel.

Was ist passiert? Bei den Wiener Festwochen – einem großen Theater­festival – hat der bekannte italienische Regisseur Romeo Castellucci eine neue Performance aufgeführt. Sie heißt „Credere alle Maschere“, auf Deutsch so viel wie „An die Masken glauben“. Der Raum war im Keller einer großen Halle, es gab nur etwa 40 Plätze, und alle mussten Masken aufsetzen, die ausdruckslosen Gesichtern ähnelten. Auf der Bühne stand ein Stuhl, der wie ein elektrischer Stuhl aussah. Immer wieder standen Leute aus dem Publikum auf, setzten sich hin und zuckten, als würden sie sterben. Zwischendurch wurden Gegenstände gezeigt und dazu völlig falsche Wörter an die Wand projiziert – zum Beispiel eine Vase mit dem Wort „Pfeife“ oder ein Glas Milch mit dem Wort „Hammer“. Das Stück dauerte 40 Minuten, hatte kein richtiges Ende und niemand klatschte.