Eine neue Studie zeigt: Wenn auf deutschen Autobahnen überall Tempo 130 gelten würde, könnten jedes Jahr bis zu 90 Menschen weniger bei Unfällen sterben.
Stell dir vor, du fährst auf der Autobahn und überall gilt höchstens 130 km/h. Genau das schlägt der Unfallforscher Siegfried Brockmann vor. Er hat sich viele andere Studien angeschaut und auch Computer-Modelle benutzt. Sein Ergebnis: Wenn alle auf der Autobahn höchstens 130 fahren dürfen, sterben dort 25 bis 30 Prozent weniger Menschen als heute. Das wären jedes Jahr etwa 70 bis 90 Menschen weniger.
Auf Autobahnen passieren zwar weniger Unfälle als auf Landstraßen, aber sie sind trotzdem gefährlich. Im letzten Jahr sind dort 292 Menschen gestorben. Insgesamt sterben in Deutschland jedes Jahr über 2.800 Menschen im Straßenverkehr. Brockmann sagt: „Ein Tempolimit hätte positive Effekte auf die Verkehrssicherheit."
In fast allen anderen Ländern gibt es schon ein Tempolimit auf Autobahnen. In Polen darf man zum Beispiel 140 km/h fahren, in Tschechien auf manchen Strecken sogar 150. Nur Deutschland hat kein allgemeines Limit. Der ADAC, der größte Autoclub in Deutschland, sagt: Man soll das Thema einfach mal in Ruhe prüfen. Die Bundesregierung ist aber dagegen.
Es gibt auch gute Nebenwirkungen: Weniger Tempo bedeutet weniger Abgase. Experten sagen außerdem, dass es nicht mehr Staus geben würde – im Gegenteil, weil es weniger Unfälle gibt, sind die Straßen sogar verlässlicher.
Du kannst mitreden: Wenn du älter wirst und den Führerschein machst, geht es auch um solche Regeln. Schau dich um, was Politikerinnen und Politiker dazu sagen, und bilde dir deine eigene Meinung. Vielleicht wirst du später selbst einmal mitentscheiden, wie schnell wir in Deutschland fahren dürfen.
