Nach einem kurzen Sinkflug sind die Spritpreise in Österreich wieder gestiegen, und die Regierung überlegt, ob sie ihre Spritpreisbremse anpasst.
Wenn du in den letzten Wochen selbst getankt hast, ist dir vielleicht aufgefallen: Es war kurz günstiger, aber jetzt ist Sprit wieder teurer. Grund dafür ist ein Konflikt im Nahen Osten, genauer in der Meerenge zwischen Iran und arabischen Ländern, der Straße von Hormus. Dort werden sehr große Mengen Öl durchgeschifft. Wegen der Spannungen ist der Weltölpreis am Mittwoch um über 3 Prozent gestiegen. Ein Liter Diesel kostet in Österreich im Durchschnitt jetzt fast 1,99 Euro, Benzin rund 1,86 Euro. Zum Vergleich: Im Februar, kurz vor dem Ausbruch eines Krieges, lag Benzin bei 1,52 Euro.
Im Frühjahr hatte die österreichische Regierung die sogenannte Spritpreisbremse eingeführt. Das bedeutet: Die Mineralölsteuer wurde gesenkt und die Gewinnmargen der Ölkonzerne wurden begrenzt. So sollte Benzin und Diesel um zehn Cent pro Liter billiger werden. Fünf Cent kamen von der Steuer, fünf Cent von den reduzierten Gewinnen der Konzerne. Der Teil mit den Gewinnen wurde aber schon im Juni wieder abgeschafft. Vom Steuerteil ist im Juli nur noch 0,8 Cent pro Liter übrig geblieben.
Jetzt diskutieren die Parteien, ob sie nachschärfen sollen. Die SPÖ und der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) wollen wieder strengere Regeln für die Ölkonzerne. ÖVP und NEOS sind skeptischer und wollen erst abwarten. Tankstellen müssen Preissenkungen im Großhandel aber weiterhin an die Kunden weitergeben – diese Regel gilt noch bis Ende August.
