Letzte Woche trafen sich EU-Beamte mit Vertretern der Taliban in Brüssel – ohne Politiker am Tisch und ohne, dass die EU das Regime anerkennt.

Am Dienstag kamen fünf Vertreter der Taliban nach Brüssel. Die Taliban sind die islamistische Gruppe, die seit 2021 in Afghanistan wieder an der Macht ist. Die belgische Regierung gab ihnen Visa – aber nur für einen Tag. Es war ein Treffen "auf Beamtenebene": Es saßen keine EU-Politiker mit am Tisch, sondern nur Fachleute aus Ministerien. Die EU erkennt die Taliban als Regierung offiziell nicht an.

Der EU-Innenkommissar Magnus Brunner (ÖVP) verteidigt das Treffen. Er sagt: Seit 2023 hat die EU dafür ein Mandat vom Europäischen Rat, also von den Staats- und Regierungschefs der EU. Außerdem haben ihn 20 EU-Länder in einem Brief gebeten, solche Gespräche zu koordinieren. Brunner sagt, es gehe nicht um ein Abkommen, sondern darum, Afghanistan an bestehende Pflichten zu erinnern – zum Beispiel daran, verurteilte Straftäter zurückzunehmen. Für ihn ist klar: "Nicht mit den Taliban zu reden, ist aus meiner Sicht keine Option."