Die Wiener Extremismuspräventionsstelle Derad hat sich mit dem Justiz- und Innenministerium angelegt – der Streit dreht sich um ein gemeinsames Vorgehen und fehlenden Dialog.

Die Wiener Einrichtung Derad hilft Menschen, sich von extremistischen Gedanken zu lösen. Nach der Veröffentlichung eines Textes durch das Justiz- und Innenministerium hat Derad deutlich reagiert: Die Ministerien hätten vorher mit den Fachleuten sprechen müssen, statt einfach etwas zu veröffentlichen. Derad sagte wörtlich, Ziel sei nie lediglich die Abkehr von Dschihadismus und einzelnen extremistischen Handlungen, sondern eine "nachhaltige Distanzierung von extremistischen Weltbildern und die Entwicklung einer Haltung, die ein friedliches Zusammenleben in einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft ermöglicht."

Derad warnt: Wenn Klientinnen und Klienten merken, dass über sie geredet wird, ohne dass jemand fragt, kann das Vertrauen verloren gehen. Auch die langjährige Arbeit mit Schulen, Vereinen und der Stadt Wien könnte Schaden nehmen.