Ein Mann, der 14 Jahre im Gefangenenlager Guantánamo saß, soll an der Uni Wien sprechen – das finden manche Politiker richtig schlimm.
Was ist passiert? Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) hat Mohamedou Ould Slahi zu einer Diskussion über Menschenrechte eingeladen. Slahi war früher in Afghanistan und hat dort für eine Gruppe gekämpft, die mit Al-Qaida verbunden war. Später wurde er von den USA festgenommen und jahrelang ohne Gerichtsverfahren in Guantánamo auf Kuba eingesperrt. Er wurde dort gefoltert. Heute lebt er als Schriftsteller in den Niederlanden. Politiker der FPÖ und ÖVP sagen jetzt, so jemand dürfe nicht an einer Uni reden, und nennen ihn einen Terroristen.
Wer hilft, das einzuordnen? Die ÖH will mit der Veranstaltung über Menschenrechte und die Folgen des sogenannten „Kriegs gegen den Terror“ sprechen. Dabei geht es nicht darum, Gewalt gutzuheißen, sondern zu verstehen, was in Guantánamo passiert ist und was das mit Recht und Sicherheit zu tun hat. Auch Gerichte haben sich mit Slahis Fall beschäftigt: Ein US-Gericht ordnete schon 2010 seine Freilassung an, und ein deutsches Gericht hat kürzlich entschieden, dass er eigentlich einreisen darf – auch wenn das noch nicht endgültig ist.
