Ein Podcaster hat den Chef der AfD in Thüringen über vier Stunden lang befragt – jetzt will die Medienaufsicht, dass er Aussagen dazu einordnet. Der Podcaster sagt: nein.
Ben Berndt hat den AfD-Politiker Björn Höcke mehr als vier Stunden lang interviewt. In dem Gespräch ging es auch um den verbotenen Spruch „Alles für Deutschland" – das Motto der SA, der früheren Nazi-Organisation. Die Landesanstalt für Medien NRW findet, dass solche Aussagen im Podcast nicht einfach stehen bleiben sollten, und hat Berndt gebeten, die Stelle nachträglich einzuordnen. Berndt will das nicht machen und sagt, er fühle sich nicht an journalistische Regeln gebunden. „Ich habe keine Ahnung, was journalistische Standards sind", hat er gesagt.
Wer kümmert sich darum? Die Landesanstalt für Medien NRW ist eine staatliche Stelle. Sie achtet darauf, dass Radio, Fernsehen und manche Podcasts Regeln einhalten. Sie hat Berndt um eine Stellungnahme gebeten und sagt, es gehe nicht darum, ob eine Meinung erlaubt ist, sondern darum, wie man mit Aussagen umgeht. Berndt sagt, er wolle „eher das Buch machen als die Zeitung" – also tiefe Gespräche führen statt kurzer Nachrichten. Er kündigt an, notfalls bis vor den Bundesgerichtshof zu klagen, „stellvertretend für alle Podcaster und YouTuber".
