Beim Landesparteitag der AfD in Nordrhein-Westfalen gab es heftigen Streit – die Bundespartei will den Konflikt jetzt mit einer Untersuchungskommission aufarbeiten.
Was ist passiert? Die AfD in Nordrhein-Westfalen hat sich bei einem Parteitag in der Stadt Marl heftig gestritten. Es ging um die Liste mit Kandidatinnen und Kandidaten für die Landtagswahl 2027. Dabei soll es "Operation Filibuster" genannt – das heißt: Eine Gruppe von Delegierten hat Dutzende Bewerbungen für einen einzigen Listenplatz eingereicht und jede Person durfte acht Minuten reden. So sollte die Abstimmung künstlich in die Länge gezogen werden. Es fielen harte Worte: Ein stellvertretender Landeschef sprach von einem "Parteitag der Schande". Am Ende konnte der Landeschef Martin Vincentz die wichtigen Plätze auf der Liste mit seinen eigenen Leuten besetzen. Das Lager um die Bundesvorsitzende Weidel ging leer aus und verließ unter Protest den Saal.
Wer hilft jetzt weiter? Die Bundespartei der AfD will sich einschalten. Statt die Liste komplett neu aufzustellen, soll eine Untersuchungskommission eingerichtet werden. Diese Kommission wird vor allem drei Dinge prüfen: das Geld des Landesverbands, die Frage, wer neue Mitglieder aufnimmt, und ob der Verband insgesamt noch richtig arbeitet. Außerdem äußerte sich ein Politikwissenschaftler von der Universität Kassel im Radio und ordnete die Lage ein. Er sagte, der Streit sei eine "offene Feldschlacht" und dass solche Zustände für eine Partei ungewöhnlich seien. Solche wissenschaftlichen Einschätzungen helfen, die Vorgänge von außen besser zu verstehen.
