Bei der AfD in Nordrhein-Westfalen gibt es gerade einen großen Streit um die Liste für die nächste Landtagswahl.

Was ist passiert? Die AfD bereitet sich auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen vor, die im nächsten Jahr stattfindet. Dafür wählt die Partei auf einem Parteitag in der Stadt Marl ihre Kandidatenliste – also die Reihenfolge, in der die Bewerber auf dem Stimmzettel stehen. Am Wochenende kam es dabei zu heftigem Streit zwischen zwei Lagern in der Partei: einem eher gemäßigten und einem eher radikalen Flügel. Als Listenplatz 22 aufgerufen wurde, traten plötzlich fast hundert Bewerber aus dem radikaleren Lager an. Jeder durfte bis zu acht Minuten reden, und so lief die Zeit davon. Der Parteitag wurde unterbrochen und soll am Freitag weitergehen.

Wer hilft jetzt? Die Bundesvorsitzenden der AfD, Alice Weidel und Tino Chrupalla, haben einen Brief an den NRW-Landesvorstand geschrieben. Sie fordern, dass der Parteitag abgebrochen und die Liste komplett neu aufgestellt wird. Ihr Argument: Es habe übereinstimmende Berichte gegeben, dass Delegierte bedroht oder unter Druck gesetzt wurden. Das könnte die Liste rechtlich angreifbar machen – ähnlich wie 2023 in Bremen, als die AfD dort von der Wahl ausgeschlossen wurde, weil zwei Vorstände verschiedene Listen eingereicht hatten. Der NRW-Landeschef Martin Vincentz hat dagegen geantwortet und Weidel scharf kritisiert.