Bei den NEOS, einer kleinen Partei in der österreichischen Regierung, gibt es gerade richtig Ärger – ein Abgeordneter wurde rausgeworfen, ein anderer ist freiwillig gegangen.

Die NEOS sind eine kleine Partei, die seit der letzten Wahl mit der ÖVP und der SPÖ zusammen regiert. Letztes Wochenende ist in einer Parlamentssitzung etwas passiert, das die Partei ordentlich durchgeschüttelt hat. Bei einer Abstimmung über das Budget – also den Plan, wofür der Staat Geld ausgibt – hat ein Abgeordneter namens Veit Dengler nicht so abgestimmt, wie seine Partei das wollte. Er hat sogar mitten in der Sitzung beantragt, einen Teil des Budgets nochmal separat zu behandeln. Danach wurde er aus der Partei ausgeschlossen.

Kurz darauf hat ein weiteres bekanntes Parteimitglied seinen Abschied angekündigt: Wolfgang Routil, ein Arzt, der bis vor Kurzem die Ärztekammer in der Steiermark geleitet hat. Er sagte, er sei unzufrieden damit, wie die NEOS in der Regierung auftreten, und bezeichnete ihr Verhalten bei wichtigen Themen als „verantwortungslos". Damit verliert die Partei innerhalb weniger Tage gleich zwei Namen, die man kannte.

Die Parteichefin Beate Meinl-Reisinger hat sich gegen die Vorwürfe gewehrt. Dengler hatte ihr vorgeworfen, sie führe die Partei „autoritär". Sie sagt: Dengler habe das Vertrauen in der Partei gebrochen, weil er sich nicht an gemeinsame Absprachen gehalten habe. Expertinnen und Experten erklären, dass es in Koalitionen – also wenn mehrere Parteien zusammen regieren – normalerweise sehr wichtig ist, dass alle mitstimmen wie besprochen. Sonst funktioniert die Zusammenarbeit nicht.