Der britische Premier Keir Starmer ist am Montag zurückgetreten und macht damit den Weg für einen neuen Labour-Chef frei.

Was ist passiert? Der britische Premierminister Keir Starmer hat am Montag vor seinem Amtssitz, der berühmten Nummer 10 in der Downing Street in London, seinen Rücktritt erklärt. Er war knapp zwei Jahre im Amt. In seiner Rede sagte er, seine eigene Partei glaube nicht mehr, dass er sie gut in die nächste Wahl führen könne, und er akzeptiere diese Antwort. Auch in Umfragen kam er seit Monaten schlecht weg, unter anderem weil seine Partei bei Kommunalwahlen im Mai deutlich verloren hatte. Mehrere Kabinettsmitglieder waren aus Protest gegen seinen Führungsstil zurückgetreten. Nach der Rede umarmte Starmer seine Frau und ging nicht in die Tür mit der Nummer 10, sondern weg von den Kameras.

Wer hilft jetzt weiter? Sein wahrscheinlichster Nachfolger steht schon bereit: Andy Burnham. Der 56-Jährige kommt aus dem Nordwesten Englands und war neun Jahre lang Bürgermeister der Region Großraum Manchester mit 2,8 Millionen Einwohnern. Dort hat er zum Beispiel günstige Bus-Tickets eingeführt und dafür den Spitznamen „König des Nordens“ bekommen. Vergangene Woche hat er eine Nachwahl im Wahlkreis Makerfield gewonnen und ist damit ins Parlament eingezogen – ohne Sitz im Parlament darf man bei Labour gar nicht Parteichef werden. Auch der frühere Gesundheitsminister Wes Streeting hat seine eigene Bewerbung zurückgezogen und unterstützt Burnham. Wenn sich kein Gegenkandidat findet, könnte Burnham schon Mitte Juli neuer Labour-Chef und Premier werden, sonst wird bis Anfang September gewählt.