Die CDU-Arbeitnehmerorganisation und Teile der SPD fordern, eine neue Regel zur Krankschreibung noch einmal zu überdenken.
Stell dir vor, du wachst morgen mit Fieber auf. In Zukunft sollst du dann schon am allerersten Tag zum Arzt gehen und dir eine Bescheinigung holen – das hat ein Gremium aus der Bundesregierung so beschlossen. Dagegen wehren sich jetzt der Arbeitnehmerflügel der CDU, der CDA, und auch die SPD im Bundestag. Sie finden: Eine Bescheinigung ab dem ersten Krankheitstag ist übertrieben und belastet Beschäftigte und Hausärzte unnötig.
Dennis Radtke, der Chef des CDA, hat das dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel erklärt. Er sagt, dass das Thema in der Öffentlichkeit viel größer gemacht wurde, als es eigentlich nötig wäre. "Der politische Streitwert scheint in keinem gesunden Verhältnis zu den vermeintlichen Verbesserungen zu stehen", hat Radtke gesagt – damit meint er, dass über die Krankmeldung viel gestritten wird, obwohl die Veränderung für die Leute gar nicht so riesig ist. Auch der SPD-Gesundheitsexperte Christos Pantazis findet: Ein eigentlich gutes Gesamtpaket wird durch den Streit über die Krankschreibung ungerechterweise überschattet.
Jetzt geht es darum, ob die Politiker und Politikerinnen die Regelung noch anpassen. Möglich wäre das im weiteren Gesetzgebungsverfahren und im Zusammenhang mit der anstehenden Gesundheitsreform. Bis dahin bleibt die Frage offen: Brauchen wir wirklich ab Tag eins eine ärztliche Bescheinigung, oder reicht es weiterhin, sich erst nach einigen Tagen krankzumelden?
