In der Nacht hat ein Schwerlasttransporter einen siebten Castor-Behälter mit Atommüll aus Jülich sicher nach Ahaus gebracht – unter Protest, aber ohne Zwischenfälle.
Aus dem stillgelegten Forschungsreaktor in Jülich werden gerade nach und nach 152 Castor-Behälter ins Zwischenlager Ahaus im Münsterland gebracht. Jeder Behälter enthält ungefähr 300.000 winzige Brennelement-Kugeln – zusammen eine ganze Menge radioaktives Material. In der Nacht zum 15. Juli 2026 hat laut Polizei der siebte Behälter sein Ziel erreicht, etwa 170 Kilometer vom Startpunkt entfernt. Damit ist ein weiterer kleiner Schritt der gesamten Aktion geschafft. Wie lange der Umzug insgesamt dauert, ist noch offen.
Begleitet wurde der Transport von einem großen Polizeiaufgebot und kleinen Protestaktionen. In Jülich trafen sich laut Polizei fünf Menschen zu einer Kundgebung, in Ahaus radelten 18 Leute bei einer Fahrraddemonstration mit. Die Initiative Sofortiger Atomausstieg aus Münster (kurz SofA Münster) hatte auf einer Autobahnbrücke bei Legden eine Mahnwache angemeldet. Die Polizei erteilte den Demonstrierenden allerdings Auflagen, zum Beispiel mussten sie 40 Meter Abstand zur Brücke halten. Trotzdem durften sie vor der Castor-Durchfahrt noch eine halbe Stunde lang auf der Brücke stehen bleiben. Es gab keine größeren Störungen.
