Bei einem Treffen in Dublin hat EU-Migrationskommissar Magnus Brunner gesagt, dass die Grenzkontrollen in Europa bald enden könnten. Österreichs Innenminister Gerhard Karner ist aber dagegen.

Stell dir vor, du reist von Österreich nach Deutschland – und niemand kontrolliert deinen Ausweis. Genau das wünscht sich Magnus Brunner, der EU-Migrationskommissar, der sich um Migration kümmert. In einer ORF-Sendung namens ZiB2 hat er gesagt, dass die Kontrollen an den Grenzen innerhalb des Schengen-Raums, also des europäischen Reisegebiets ohne Passkontrollen, nicht mehr nötig seien. „Wichtig ist, dass Schengen wieder funktioniert", meinte er. Er beruhigte aber auch: „Es wird nicht am ersten Tag alles zu hundert Prozent funktionieren". Das nennt er das „Schaumamal"-Prinzip – ein typisch österreichischer Ausdruck, der bedeutet: einfach mal schauen, wie es läuft.

Brunner bekommt Rückenwind durch Zahlen: In den ersten sechs Monaten 2026 ist die Zahl der Menschen, die ohne Erlaubnis in die EU gekommen sind, um 37 Prozent zurückgegangen. Für ihn heißt das: Die Lage ist besser geworden, also braucht es weniger strenge Kontrollen. Er will sogar noch weiter gehen und prüfen, ob man Asylverfahren – also die Prüfung, ob jemand in der EU Schutz bekommt – in andere L außerhalb der EU verlagern kann. Dieses „Drittstaatenkonzept" möchte er im Auge behalten.