Das Parlament in Bukarest hat den Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten durchfallen lassen, weil eine große rechte Partei ihm die Stimmen verweigerte.
Das rumänische Parlament hat am späten Montagabend über einen neuen Regierungschef abgestimmt. Der Kandidat hieß Adrian Vestea. Er bekam 189 Stimmen, gebraucht hätte er aber 233. Damit hat er die Wahl klar verloren. Schuld daran war vor allem die rechtspopulistische Partei AUR, die ihm ihre Stimmen bewusst nicht gegeben hat.
Die AUR will lieber sofort Neuwahlen, weil sie in Umfragen gerade sehr stark dasteht. Wenn bald neu gewählt wird, könnte sie noch mehr Macht bekommen. Präsident Nicusor Dan muss jetzt einen neuen Kandidaten oder eine neue Kandidatin vorschlagen.
In Rumänien gibt es seit Anfang Mai keine richtige Regierung mehr. Der vorherige Ministerpräsident Ilie Bolojan wurde per Misstrauensvotum abgesetzt. Seither macht eine Übergangsregierung weiter, aber wichtige Entscheidungen bleiben liegen. Kritiker sagen, das schadet dem Land – zum Beispiel bei EU-Geldern und bei Reformen, die gerade laufen müssten.
