Die Polizei hat am Dienstag ein Gefängnis in Rheinbach und mehrere Wohnungen durchsucht, weil Justizbedienstete im Verdacht stehen, im Dienst etwas Verbotenes getan zu haben.

Was ist passiert? Seit dem Morgen haben Polizistinnen und Polizisten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Räume durchsucht – unter anderem in der JVA Rheinbach. Eine JVA ist eine Justizvollzugsanstalt, also ein Gefängnis. Außerdem wurden Wohnungen in Köln, Euskirchen, Siegburg und in den Landkreisen Mayen-Koblenz und Neuwied durchsucht. Hintergrund sind Ermittlungen gegen mehrere Justizbedienstete wegen Delikten im Amt. Den Mitarbeitern wird unter anderem vorgeworfen, sogenannte „Bestechungs-Abos" verkauft zu haben: Häftlinge sollen dafür bezahlt haben, dass sie vor Kontrollen gewarnt wurden. Ermittelt wird auch gegen Inhaftierte und ehemalige Inhaftierte.

Wer hilft? Die Polizei Bonn koordiniert den Einsatz und führt die Durchsuchungen durch. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Straftaten im Amt. Bereits Anfang Mai hatte die Polizei die JVA Euskirchen durchsucht, wo gegen mehrere Bedienstete und ehemalige Häftlinge ermittelt wird. Die Behörden prüfen nun, wie groß das Ausmaß ist und wer alles beteiligt war. Auffällig war, dass in der JVA Euskirchen das Innenleben von zwei elektronischen Generalschlüsseln verschwunden ist – deren Verbleib ist noch unklar.