Die Bundesregierung plant eine große Reform der Pflegeversicherung – mit höheren Beiträgen für manche Gruppen, neuen Hilfen für ältere Menschen und längeren Wartezeiten bei manchen Leistungen.

Stell dir vor, jemand wird pflegebedürftig. Dann übernimmt die Pflegeversicherung einen Teil der Kosten – aber nur einen Teil. Genau diese Versicherung soll jetzt reformiert werden, weil das Geld knapp wird. Grund: Immer mehr ältere Menschen brauchen Pflege, gerade sind es über sechs Millionen in Deutschland. Allein im nächsten Jahr fehlen laut Ministerium etwa 7,6 Milliarden Euro, in den zwei Jahren danach zusammen rund 22,5 Milliarden Euro. Deshalb hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) einen Entwurf vorgestellt.

Was sich ändern soll – kurz und ohne Fachchinesisch: Menschen ohne Kinder sollen etwas mehr Beitrag zahlen, nämlich 0,1 Prozent mehr. Wer viel verdient, soll ebenfalls stärker herangezogen werden, weil die Grenze, bis zu der Beiträge fällig werden (die Beitragsbemessungsgrenze), steigt. Das bringt den Kassen viel Geld. Auf der anderen Seite sollen Pflegebedürftige in manchen Fällen länger warten, bis sie in einen höheren Pflegegrad kommen oder mehr Zuschuss im Pflegeheim bekommen – nämlich ein halbes Jahr extra. Auch der Entlastungsbetrag von 131 Euro im Monat für die niedrigste Pflegestufe soll gestrichen werden.