Gesundheitsministerin Nina Warken will die Pflegeversicherung verändern – und für Kinderlose ab 23 Jahren könnte der Beitrag leicht steigen.

Weißt du eigentlich, was die Pflegeversicherung ist? Ganz einfach: In Deutschland zahlt fast jeder einen kleinen Teil seines Gehalts in diese Versicherung ein, damit Menschen, die im Alter oder bei Krankheit gepflegt werden müssen, Unterstützung bekommen. Dieses System hat gerade ein Problem: Es fehlen rund 22,5 Milliarden Euro in den nächsten zwei Jahren. Wenn nichts passiert, könnte das Geld irgendwann nicht mehr reichen.

Die Ministerin schlägt deshalb vor: Wer keine Kinder hat und über 23 Jahre alt ist, soll etwas mehr einzahlen – nämlich 0,7 Prozent als Zuschlag statt bisher 0,6 Prozent. Gleichzeitig sollen Eltern je nach Kinderzahl weniger zahlen. So will man das Loch stopfen und Familien entlasten.

Kritiker sagen, die Altersgrenze von 23 sei zu niedrig, weil viele in dem Alter noch nicht an Familie denken und oft weniger verdienen. Der Pflege-Experte Daniel Tucman findet, dass diese Änderungen allein nicht reichen werden, um die Finanzlücke dauerhaft zu schließen. Er meint, man müsse auch über das gesamte Gesundheitssystem nachdenken – etwa ob die Trennung von gesetzlicher und privater Versicherung noch sinnvoll ist.