Viele Flüsse in Österreich führen aktuell viel weniger Wasser als sonst – Expertinnen und Experten schlagen Alarm.

Im Juni war die Lage sehr ernst: An etwa 85 von 100 Pegelmessstellen lag der Wasserstand unter dem langjährigen Durchschnitt, an über 40 Messstellen sogar „sehr niedrig“. Besonders stark betroffen ist der Kamp in Niederösterreich: Dort floss im Vergleich zu normalen Juni-Werten 83 Prozent weniger Wasser. Auch die Thaya bei Raabs, die Leitha bei Deutsch Haslau und die Vöckla bei Vöcklabruck fehlen 67 bis 75 Prozent des üblichen Wassers. Vor allem im Osten Österreichs ist die Lage sehr angespannt.

Mehrere Organisationen und Politikerinnen versuchen, die Situation zu verbessern. Die Umweltschutzorganisation WWF fordert ein Schutzprogramm für gefährdete Flüsse: mehr Platz für die Gewässer, mehr Schatten durch Bäume am Ufer, weniger Wasserentnahme in Trockenzeiten und genug Wasser in den Restwasserstrecken unter Wasserkraftwerken. Die Österreichische Vereinigung für Gas und Wasser (ÖVGW) will, dass das Wasserrechtsgesetz novelliert wird, damit Trinkwasser in Mangellagen Vorrang hat. SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr unterstützt diese Forderungen und ruft die Regierung zum schnellen Handeln auf.