Ein neues Medikament hat bei einer klinischen Studie mit Bauchspeicheldrüsenkrebs-Betroffenen die Lebenszeit fast verdoppelt, ohne die Krankheit zu heilen.
Was ist passiert? Auf einem großen Krebskongress in Chicago, dem ASCO, haben Forschende ein neues Medikament mit dem Namen Daraxonrasib vorgestellt. Es richtet sich gegen ein bestimmtes Eiweiß im Tumor, das KRAS-Protein. Bei ungefähr 90 von 100 Fällen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs ist genau dieses Protein kaputt und treibt den Krebs an. In der Studie lebten die behandelten Personen im Durchschnitt 13,2 Monate, die Vergleichsgruppe mit normaler Chemotherapie nur 6,6 Monate. Das neue Mittel hat also die durchschnittliche Lebenszeit ungefähr verdoppelt. Die Studie war trotzdem kein Grund zur Heilung, denn Bauchspeicheldrüsenkrebs bleibt sehr gefährlich, und das Medikament ist keine Heilung.
Wer hilft? Hinter dem Medikament steht das kalifornische Start-up Revolution Medicines, das auf zielgerichtete Krebsmedikamente spezialisiert ist. In den USA gibt es bereits eine Notfallzulassung, sodass einige Patientinnen und Patienten das Mittel bekommen können. In Europa und der Schweiz läuft das normale Zulassungsverfahren, dort prüfen Behörden wie Swissmedic die Daten. Expertinnen und Experten wie der Freiburger Chirurg Dietrich Ruess sprechen von einem revolutionären Durchbruch, andere wie Susanne Weg-Remers vom Krebsinformationsdienst sagen, 'vielversprechend' sei eigentlich ein zu starkes Wort, weil noch viel Forschung fehlt. Parallel wird an einem mRNA-Impfstoff geforscht, der einen Rückfall verhindern soll.
