Clemens Pig, der neue Chef des ORF, hat die geplante Wahl seiner Führungskräfte abgesagt und startet ein faires, neues Auswahlverfahren.
Clemens Pig wird der nächste Generaldirektor des ORF, also der Chef des größten öffentlich-rechtlichen Senders in Österreich. Er hatte eigentlich vor, am 21. Juli über 13 Direktorinnen und Direktoren abstimmen zu lassen – also über die Leute, die zum Beispiel für Programm, Finanzen oder Technik im ORF verantwortlich sind. Dazu kommt, dass auch die Chefs der neun Landesstudios neu bestimmt werden sollten. Das hat Pig jetzt gestoppt.
Der Grund: Er will das Auswahlverfahren fairer machen. Ein neues EU-Gesetz, das Europäische Medienfreiheitsgesetz (kurz EMFA), schreibt vor, dass solche Auswahlen bei öffentlich-rechtlichen Sendern transparent, nachvollziehbar und fair ablaufen müssen. Pig sagt selbst, es sei seine wichtigste Aufgabe, für ein solches Verfahren zu sorgen. Es gab nämlich Berichte, dass ÖVP und SPÖ sich in einem geheimen Brief, einem sogenannten Sideletter, vorher schon Posten untereinander aufgeteilt hatten. Pig sagt, sein neues Verfahren sei eine klare Abkehr von dieser Praxis.
