Beim Treffen in Ankara zeigt die NATO neue Zahlen: Nur wenige Länder schaffen das neue Ausgabenziel, Deutschland steigert seine Verteidigungsausgaben aber stark.
Stell dir vor, du hast eine WG, und jede Person soll einen Teil der Miete zahlen. Genau darum geht es bei der NATO, nur mit viel Geld: Die Mitgliedsländer sollen einen bestimmten Prozentsatz ihres Einkommens (Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP) für Verteidigung ausgeben. Beim Gipfel in Ankara haben die Staats- und Regierungschefs neue Zahlen vorgestellt. Danach schaffen es 2026 nur fünf Länder, das neue Ziel von fünf Prozent zu erreichen. Ein Land wie Deutschland gibt dieses Jahr 2,69 Prozent seines BIP für Verteidigung aus.
Deutschland erhöht seine Ausgaben aber gerade deutlich. Im laufenden Jahr sind es rund 124,7 Milliarden Euro, das sind etwa 25,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit liegt Deutschland hinter den USA, die mehr als eine Billion Euro in die Verteidigung stecken, auf Platz zwei der größten Militärausgaben im Bündnis. Bis 2029 will Deutschland auf 3,5 Prozent des BIP kommen.
Andere Länder hinken hinterher. Belgien, Spanien und Tschechien bleiben 2026 bei zwei Prozent, Slowenien fällt sogar unter diese Marke. Insgesamt geben Europa und Kanada in diesem Jahr aber elf Prozent mehr aus als 2025, zusammen etwa 680 Milliarden Euro.
Der Hintergrund ist politisch: US-Präsident Donald Trump findet, dass die anderen Länder zu wenig zahlen, und nennt das Verhältnis "einseitig". Deshalb wird in Ankara über eine "burden shifting" gesprochen, eine Verschiebung der Lasten, damit Europa mehr Verantwortung übernimmt. Für dich bedeutet das: Die nächsten Jahre entscheiden, wie stark Europa sicherheitspolitisch eigenständig aufgestellt ist.
