In Ankara treffen sich diese Woche die Staatschefs der NATO, und die Türkei will zeigen, dass sie viel wichtiger ist, als viele im Westen lange dachten.

Was ist passiert? Am 7. und 8. Juli kommt die NATO in der türkischen Hauptstadt Ankara zu einem Gipfel zusammen. 32 Staats- und Regierungschefs reisen an, darunter der US-Präsident Donald Trump und die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni. Die Türkei ist nach den USA das Land mit der zweitgrößten Armee in der NATO und kontrolliert mit den Meerengen Bosporus und Dardanelles einen der wichtigsten Seewege der Welt. Für Präsident Recep Tayyip Erdogan ist der Gipfel eine große Bühne. Er sagt, Sicherheit in Europa könne man ohne die Türkei nicht mehr denken.

Wer hilft oder vermittelt? Der NATO-Generalsekretär Mark Rutte macht deutlich, dass er die Türkei im Bündnis sehen will. Er kündigte an, dass beim Gipfel neue Waffenverträge im Wert von mehreren zehn Milliarden Dollar vorgestellt werden sollen. Rutte lobte die türkische Rüstungsindustrie und sagte Ende Mai vor der Presse: „Die Türkei wird eine beeindruckende Show abliefern.“ Auch die USA zeigen sich versöhnlicher: Trump sprach davon, dass er „wahrscheinlich etwas tun“ werde, „das ihn sehr freuen wird“ – gemeint ist eine mögliche Rückkehr der Türkei ins F-35-Kampfjet-Programm. Die EU hatte bereits im vergangenen Herbst den Verkauf von Eurofighter-Jets an die Türkei erlaubt.