Nach zwei schweren Angriffen auf Mitarbeiter von Behörden in Stade und Finsterwalde empfiehlt der Deutsche Landkreistag, die Sicherheit in Jugendämtern und anderen Ämtern genauer unter die Lupe zu nehmen.
Was ist passiert? In Stade in Niedersachsen hat Ende Juni ein Mann in einer Wohngruppe für Mütter und Kinder sechs Menschen getötet. Drei davon arbeiteten in der Einrichtung, drei im Jugendamt. Wenige Wochen später, am Donnerstag, hat ein Mann in Finsterwalde in Brandenburg in einer Außenstelle des Jugendamts eine Mitarbeiterin bedroht und Feuer gelegt. Vier Menschen wurden verletzt. Der Verdächtige, ein 35-jähriger Deutscher, wurde festgenommen.
Wer hilft? Der Deutsche Landkreistag, der Dachverband der 294 Landkreise in Deutschland, hat auf die Taten reagiert. Sein Sprecher Markus Mempel hat der Nachrichtenagentur dpa gesagt, die Verwaltungen müssten ihre Sicherheitskonzepte jetzt überprüfen. Viele Ämter hätten schon Zugangskontrollen, gesicherte Empfangsbereiche, Sicherheitspersonal und Notrufsysteme. Bei schwierigen Terminen, etwa im Kinderschutz, wird oft zusätzlich ein Sicherheitsdienst gerufen.
Was kannst du tun? Wenn du in einer Behörde wie einem Jugendamt, Jobcenter oder einer Ausländerbehörde arbeitest, ein Praktikum machst oder dort einen Termin hast: Nimm Sicherheitsanweisungen ernst und melde dich sofort, wenn du eine Situation als bedrohlich empfindest. Auch im Alltag können Konflikte in Ämtern entstehen, weil Menschen in schwierigen Lebenslagen Hilfe suchen. Respekt, Geduld und klare Worte helfen, solche Situationen zu entschärfen.
