An der Theiß in Serbien beginnt gerade ein irres Naturschauspiel: Millionen Eintagsfliegen kommen gleichzeitig aus dem Wasser, tanzen in der Luft und sterben noch am selben Abend.
Stell dir vor, du stehst an einem Fluss und plötzlich steigen Millionen Insekten gleichzeitig aus dem Wasser. Genau das passiert gerade an der Theiß in Serbien, in der Nähe der Kleinstadt Kanjiža. Das Ganze nennt man Theiß-Blüte. Die Tiere heißen Eintagsfliegen und sind echte Riesen: Bis zu 12 Zentimeter lang werden sie, mit Flügeln, die ungefähr 7 Zentimeter breit sind. Damit sind sie die größten Eintagsfliegen in Europa.
Die meiste Zeit ihres Lebens leben die Insekten übrigens unter Wasser – als Larven im Schlamm am Flussgrund. Dort verbringen sie bis zu drei Jahre im Dunkeln, bevor sie an die Oberfläche steigen. Wenn das Wasser wärmer wird als 21 Grad, ist es so weit: Sie schlüpfen, tanzen in der Abenddämmerung über dem Wasser, suchen sich einen Partner, legen Eier ab und sterben noch am selben Abend. Klingt traurig, ist aber ihr ganz normaler Lebenszyklus.
