An der kroatischen Adria ist am Donnerstagabend das Meer plötzlich gestiegen und gefallen – ein seltenes Wetterphänomen, das viele Urlauber überrascht hat.

Stell dir vor, du stehst am Hafen und plötzlich zieht sich das Wasser weit zurück. Genau das ist am Donnerstagabend im Hafenort Stari Grad auf der Insel Hvar passiert. Zuerst sank der Meeresspiegel um etwa 60 Zentimeter, dann kam eine Welle und das Wasser stand auf der Promenade. In manchen Orten reichte es den Leuten bis zu den Knien. Das passierte, weil über der Adria ein schweres Gewitter mit starkem Wind und schnellen Luftdruck-Schwankungen zog. Diese Kombination heißt Meteotsunami – ein Fachbegriff für eine Welle, die nicht durch ein Erdbeben, sondern durch das Wetter ausgelöst wird.

Der kroatische Wetterdienst DHMZ hat zwar eine Warnung der Stufe Gelb herausgegeben, aber viele Menschen am Strand wurden trotzdem überrascht. An der Küste von Istrien über Zadar bis zu den mittleren Dalmatinischen Inseln schwankte das Wasser in kurzer Zeit stark. Auf der Insel Lošinj wurden Windböen von 32 Metern pro Sekunde gemessen – das ist fast Hurrikanstärke. Zeitgleich fiel in Norditalien Hagel mit bis zu acht Zentimetern Durchmesser. In Kroatien wurden zuerst in Pula und später in Zadar Überschwemmungen gemeldet.