Martha Lillard, die letzte bekannte Frau, die wegen Polio in einer Eisernen Lunge lebte, ist mit 78 Jahren gestorben.

Martha Lillard hat sich 1953 als Fünfjährige mit Polio angesteckt, also mit Kinderlähmung. Die Krankheit hat ihre Muskeln so stark geschädigt, dass sie nicht mehr selbst atmen konnte. Deshalb lag sie viele Jahrzehnte in einer Eisernen Lunge – einer großen Metallröhre, die ihr durch Luftdruck beim Atmen half. Kurz vor ihrem Tod erzählte sie dem Lokalsender KFOR, dass sie andere Geräte ausprobiert habe, aber keines habe so gut funktioniert wie die Eiserne Lunge.

Ihre Schwester hat KFOR erzählt, dass die alte Maschine immer schwerer zu reparieren war. Ersatzteile aus den 1940er-Jahren waren kaum noch zu finden, und niemand konnte das Gerät mehr richtig warten. Trotz ihrer Krankheit hat Martha Lillard gemalt, Gedichte geschrieben und am Klavier Musik gemacht, wie ihre Familie auf einer Spendenseite berichtet. Zuletzt wurde sie zusätzlich durch Spätfolgen von zwei Corona-Infektionen geschwächt.

Polio ist eine schwere Kinderkrankheit, die durch ein Virus meist über verunreinigtes Wasser übertragen wird. Es kann Arme, Beine oder die Atmung dauerhaft lahmlegen. Eine Heilung gibt es bis heute nicht. Seit 1955 gibt es jedoch Impfungen, und dank großer Impfkampagnen gilt Polio heute weltweit als fast ausgerottet. Die WHO schätzt, dass dadurch etwa 20 Millionen Menschen vor Lähmungen und 1,5 Millionen vor dem Tod bewahrt wurden. Auch du kannst dich und andere schützen, indem du deinen Impfstatus checkst und Impfungen auffrischst – so wie es Millionen Menschen weltweit tun.