Der ÖGB hat ausgerechnet, was passiert, wenn Männer und Frauen in Österreich gleich viel verdienen würden: Frauen hätten mehr im Börsel und der Staat Milliarden extra.

Stellt euch vor, jede Frau in Österreich würde für die gleiche Arbeit gleich viel bekommen wie ein Mann. Genau das hat der Österreichische Gewerkschaftsbund, kurz ÖGB, durchgerechnet. Das Ergebnis: Frauen würden im Schnitt 221 Euro netto mehr pro Monat verdienen, wenn der Teil der Lohnlücke geschlossen wird, der sich nicht durch andere Faktoren erklären lässt.

Wie kommt die Lohnlücke überhaupt zustande? Ein großer Teil davon hat mit der Realität zu tun, dass Frauen öfter in Teilzeit arbeiten oder in Branchen tätig sind, die schlechter bezahlt werden. Das ist ungerecht, hat aber strukturelle Gründe. Der ÖGB hat zwei Versionen seiner Rechnung aufgestellt: eine sehr umfassende und eine, die sich nur auf jenen Teil konzentriert, der wirklich nicht erklärbar ist.

Was bringt das dem Staat? In der großen Rechnung wären es rund 9 Milliarden Euro mehr an Steuern und Sozialversicherung pro Jahr, in der kleineren Rechnung immerhin noch 5,4 Milliarden. Das ist eine ganze Menge Geld, das in Schulen, Pflege oder günstigere Öffis fließen könnte.

Was kann man also tun? Mehr Transparenz bei Gehältern, bessere Kinderbetreuung und ein konsequentes Gesetz für faire Bezahlung sind Wege, die in der Studie genannt werden. Jede:r Einzelne kann mitreden, zum Beispiel in der Schule, im Betrieb oder in der Familie, wenn es um Berufswahl und gerechte Bezahlung geht.