Die EU will ihre Klimaregeln für große KI-Rechenzentren aufweichen, was Umweltverbände und Experten kritisieren.
Die EU-Kommission hat einen neuen Entwurf für ihre Energieeffizienz-Richtlinie vorgelegt. Darin stehen deutlich schwächere Vorgaben für große Rechenzentren als noch im März. Bisher sollten Rechenzentren nur dann Ökostrom anrechnen dürfen, wenn er zur gleichen Zeit und am gleichen Ort erzeugt wurde. Diese strenge Regel fällt nun weg – es reicht künftig, wenn der Strom "auf dem Papier" ausgeglichen wird, auch mit Zertifikaten aus anderen Regionen oder von Atomkraftwerken.
Hintergrund: Cloud-Anbieter wie Amazon, Microsoft und Google betreiben riesige Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Deren Stromverbrauch ist 2025 stark gestiegen, zum Teil um mehr als ein Drittel. Auch die Treibhausgasemissionen sind deutlich gewachsen. Kritiker werfen den Konzernen vor, dass ihre Klimaziele damit in Gefahr sind.
Gleichzeitig haben die großen Tech-Firmen bei der EU-Kommission lobbyiert. Sie argumentieren, dass strenge Regeln den Ausbau von KI in Europa verteuern würden. Umweltverbände, das Thinktank EnergyTag und einige Regierungen sehen das anders: Sie fürchten, dass ohne klare Ökostrom-Vorgaben mehr Gaskraftwerke gebaut werden – und dass Strompreise und Versorgungssicherheit leiden. Außerdem werde Atomkraft künstlich aufgewertet, was nicht allen EU-Ländern passt.
