Das kleine Land Litauen grenzt direkt an Russland und fühlt sich bedroht. Nun will Präsident Nauseda erlauben, dass dort Atomwaffen stationiert werden dürfen – und Bundeskanzler Merz unterstützt das ausdrücklich.

Litauen liegt zwischen Russland und der Ostsee. Auf der einen Seite grenzt es an Belarus, das ein Verbündeter von Russland ist. Auf der anderen Seite liegt die russische Region Kaliningrad. Seit Russland die Ukraine angegriffen hat, fühlen sich viele Menschen in Litauen stärker bedroht. Präsident Gitanas Nauseda möchte deshalb, dass sein Land bei der nuklearen Abschreckung der Nato mitmachen darf. Dazu hat er eine Verfassungsänderung vorgeschlagen, die das Verbot für Atomwaffen aufheben soll.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat in Berlin mit den Chefs der baltischen Staaten gesprochen. Er findet den Schritt Litauens mutig und richtig. Er sagte, Litauen nehme die Gefahr aus Russland ernst und wolle sich verteidigen – und damit auch das Gebiet der Nato schützen. Die Nato ist ein Militärbündnis, zu dem auch Deutschland gehört. Merz betonte aber, dass die Entscheidung allein Litauen gehört. Bisher gibt es noch keine konkreten Pläne, wirklich Atomwaffen nach Litauen zu bringen. Aktuell sind solche Waffen in fünf anderen Nato-Ländern stationiert, zum Beispiel in Deutschland.