Auf einem großen Treffen in Potsdam hat die Partei Die Linke einen neuen Vorsitzenden gewählt – und der Sieg fiel überraschend knapp aus.
Stell dir vor, ein Fußballverein wählt einen neuen Kapitän: Normalerweise bekommt der oder die Neue fast alle Stimmen, weil alle überzeugt sind. Bei der Linken lief das jetzt anders: Luigi Pantisano wurde zwar zum neuen Co-Chef gewählt, aber nur ungefähr 53 Prozent der Delegierten stimmten für ihn – das ist die Mehrheit, aber ziemlich dünn. Co-Chefin Ines Schwerdtner dagegen bekam fast 86 Prozent und wurde klar im Amt bestätigt. Viele Delegierte fanden Pantisanos Auftritt vor dem Parteitag problematisch: Er hatte in der Bild-Zeitung gesagt, die CDU mache „in vielen Teilen die Politik der AfD“ und „schon teilweise faschistische Politik“. Parteikolleginnen wie Eva von Angern, Spitzenkandidatin in Sachsen-Anhalt, sagten offen, dass ihr Vertrauen erschüttert sei und sie ihn nicht gewählt hätten.
