Der Präsident des Libanon, Joseph Aoun, ist in die USA geflogen, um dort US-Präsident Donald Trump zu treffen und über Frieden an der Grenze zu Israel zu sprechen.

Seit Mitte April reden Israel und der Libanon zum ersten Mal seit vielen Jahren direkt miteinander – ohne sich offiziell als Partner zu sehen. Normalerweise reden die USA dazwischen, weil Israel und der Libanon keine diplomatischen Beziehungen haben. Mit am Tisch sitzt die Hisbollah aber nicht, also die starke Waffengruppe im Libanon, gegen die Israel im Süden kämpft. Aktuell gibt es eine Waffenruhe, doch im Süden des Libanon wird weiter geschossen.

Aoun will in Washington unter anderem erreichen, dass sich Israel aus zwei Gebieten im Südlibanon zurückzieht. Danach soll die normale libanesische Armee dort die Kontrolle übernehmen. Israel sagt, die Zone sei nötig, um Menschen im Norden Israels vor Angriffen der Hisbollah zu schützen. Der Libanon und die Hisbollah sagen: Das ist nach internationalem Recht eine unerlaubte Besetzung. Es geht also um Macht, Sicherheit und darum, wem das Land am Ende wirklich gehört.