Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat erklärt, dass Beschäftigte sich bald ab dem ersten Krankstag eine Krankschreibung holen sollen – aber nicht sofort zum Arzt rennen müssen.

Was ist passiert? Die Bundesregierung hat sich darauf geeinigt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab dem ersten Tag ihrer Krankheit eine ärztliche Bescheinigung brauchen. Klingbeil sagte dazu: „Ihr müsst euch nicht krank zum Arzt schleppen und auch nicht krank auf die Arbeit schleppen.“ Bisher reichte es, ab dem vierten Tag zum Arzt zu gehen. Die SPD hat zudem verhindert, dass es unbezahlte Karenztage gibt, an denen Beschäftigte ohne Lohnfortzahlung zu Hause bleiben müssten. Ärztinnen und Ärzte sowie Gewerkschaften haben trotzdem Kritik an dem Plan geübt.

Wer hilft? Dein Hausarzt oder deine Hausärztin stellt dir die Krankschreibung aus, normalerweise nach einem kurzen Gespräch am Telefon oder per Videosprechstunde. In vielen Praxen kannst du morgens anrufen und bekommst noch am selben Tag eine elektronische Bescheinigung (eAU) an deinen Arbeitgeber geschickt. Bei längerer Krankheit helfen auch die Krankenkassen mit Beratung. Gewerkschaften wie ver.di oder der DGB setzen sich dafür ein, dass deine Rechte am Arbeitsplatz geschützt bleiben.