Die schwarz-rote Koalition will, dass du in Zukunft schon am ersten Krankheitstag eine ärztliche Bescheinigung an deinen Arbeitgeber schicken musst – darüber streiten Politik, Ärzte und Gewerkschaften.

Wenn du dich morgens krank fühlst, rufst du bisher meistens erst ab dem dritten Tag in der Arztpraxis an. Das soll sich nun ändern. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angekündigt: „Wir kehren zu der Regelung zurück, die wir vor Corona hatten.“ Konkret heißt das: Vom ersten Krankheitstag an brauchst du eine sogenannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kurz AU. Das ist ein offizielles Attest vom Arzt, das zeigt: Du bist wirklich krank.

Gleichzeitig soll die telefonische Krankschreibung wegfallen. Während der Corona-Pandemie durften Ärzte dich am Telefon krankschreiben – bis zu fünf Tage lang. Diese Möglichkeit wurde als Sonderregel wegen Ansteckungsgefahr eingeführt. Nach Analysen der Barmer und des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung macht sie aber nur 0,8 bis 1,2 Prozent aller Krankschreibungen aus. Die Videosprechstunde soll es weiterhin geben.

Du fragst dich: Warum das alles? Die Koalition sagt: Der Krankenstand in Deutschland ist hoch, und die Wirtschaft leidet darunter. Jens Spahn von der CDU/CSU-Fraktion meint, die neue Regel sei „auch fairer gegenüber den Kollegen“. Wer morgens krank aufwache, „sitzt auf der Bettkante und überlegt: Passt das heute?“. Eine Bescheinigung ab Tag eins nehme diesen Druck raus.