Der Weltklimarat hat sein düsterstes Zukunftsszenario gestrichen – das klingt nach Entwarnung, ist aber eher ein Zeichen, dass Klimaschutz funktioniert.
Jahrelang kursierte ein Extremszenario namens RCP8.5, das eine Erwärmung um 4,8 Grad bis 2100 zeigte. Jetzt sagt der IPCC: So schlimm wird es wohl nicht, weil Kohle nicht unendlich verfeuert wird und Erneuerbare richtig billig geworden sind. Das neue Maximalszenario liegt bei 3,5 Grad.
Einige Politiker feiern das als Beweis, dass die Klimakrise nur Schwindel war. US-Präsident Trump tönte, die Vorhersagen seien „FALSCH“ gewesen. Die deutsche AfD sprach vom „Ende des größten Betrugs“. Das aber übersieht völlig, warum das Horrorszenario gestrichen wurde: Weil viele Länder und Unternehmen in Wind, Solar und bessere Technik investiert haben.
Der Forscher Douglas Maraun erklärt es so: Die Menschheit hat reagiert und dadurch den schlimmsten Pfad unwahrscheinlich gemacht. Nun einfach die Klimaschutzmaßnahmen zu streichen, würde uns genau in diese Katastrophe zurückwerfen. Das nennt er das Präventionsparadox – der Erfolg wird als Argument gegen den Schutz genutzt.
