Die EU-Länder haben sich gegen einen einzelnen Chefunterhändler für Gespräche mit Russland entschieden, weil sie befürchten, dass Russland diese Debatte ausnutzen will.
Was ist passiert? Die Außenministerinnen und Außenminister der EU haben sich auf Zypern getroffen. Eigentlich ging es um die Frage, ob es eine einzelne Person geben soll, die für die EU mit Russland über Frieden in der Ukraine verhandelt. Namen wie der frühere EZB-Chef Mario Draghi oder die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel standen im Raum. Sogar Russlands Präsident Putin mischte sich ein und schlug Gerhard Schröder vor. Doch Länder wie Deutschland und Schweden lehnten den Plan ab. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnte: Russland will uns mit dieser Diskussion in eine Falle locken. Es geht dem Kreml darum, selbst zu bestimmen, wer verhandeln darf und wer nicht.
Wer hilft? Kaja Kallas und viele Außenminister setzen jetzt auf eine andere Strategie. Statt über Personen zu reden, will die EU zuerst ihre eigenen Forderungen klar formulieren. Dazu gehört, dass Russland seine Soldaten aus Georgien und Moldawien abzieht, mit Cyberangriffen und Sabotage aufhört und eine Waffenruhe akzeptiert. Gleichzeitig arbeitet die EU am 21. Sanktionspaket, also an wirtschaftlichen Strafmaßnahmen, um den Druck auf Russland zu erhöhen. Die Ukraine bekommt weiter militärische, finanzielle und politische Unterstützung. Und bald wird entschieden, ob die Ukraine wichtige Schritte für einen EU-Beitritt geschafft hat.