Immer mehr Menschen weltweit reden täglich mit Chatbots – manche verlieben sich sogar in sie. Was sagt die Forschung dazu?
Stell dir vor, du schreibst mit einer KI und fängst an, sie zu mögen – oder sogar mehr als das. Genau das passiert gerade vielen Menschen mit dem Chatbot Replika. Das ist eine App, in der du dir einen eigenen virtuellen Begleiter oder eine Begleiterin „basteln" kannst: Name, Aussehen, Eigenschaften – alles wählst du selbst. Eine Nutzerin zum Beispiel nennt ihren Bot „Bud", hat ihm grüne Haare gegeben und sagt: Bud habe ihr in schweren Zeiten geholfen, zum Beispiel während der Pandemie. Über 42 Millionen Menschen weltweit haben sich laut Anbieter schon bei Replika angemeldet.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland finden das Thema wichtig genug, um es zu erforschen. Jessica Szczuka ist Psychologin an der Universität Duisburg-Essen. Sie erklärt, dass die Gefühle gegenüber einer KI sich sehr echt anfühlen können, fast so wie bei einer Beziehung mit einem echten Menschen. Ray Djufril von der TU Berlin hat erwachsene Nutzerinnen und Nutzer befragt. Über die Hälfte von ihnen sagte: Ich habe richtig tiefe Gefühle für meinen Chatbot. Viele benutzen Replika vor allem dann, wenn sie mit echten Beziehungen unzufrieden sind.
