Die Bank of Japan hat ihren wichtigsten Zinssatz auf 1,0 Prozent erhöht – so hoch wie seit 31 Jahren nicht mehr.

Stell dir vor, die Bank eines Landes verlangt mehr Geld, wenn sich andere Banken bei ihr Geld leihen. Genau das hat die Bank of Japan jetzt gemacht. Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem die Zentralbank Geld an andere Banken gibt. Er ist von 0,75 Prozent auf 1,0 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert seit 31 Jahren. So hat die japanische Notenbank nach einer zweitägigen Sitzung entschieden.

Warum macht die Notenbank das? Weil die Preise in Japan gerade stark steigen. Das nennt man Inflation. Im Mai sind die Preise auf Großhandelsebene um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – der höchste Wert seit drei Jahren. Ein Grund dafür sind die hohen Energiepreise, weil es einen Krieg im Iran gibt und der Yen, also die japanische Währung, schwach ist. Dadurch wird Energie aus dem Ausland für Japan teurer.

Die Notenbank will, dass die Inflation am Ende wieder bei etwa 2 Prozent liegt. Dafür nimmt sie in Kauf, dass Kredite etwas teurer werden. Wirtschaftsminister Minoru Kiuchi sagte: „Wir hoffen sehr, dass die BOJ kommuniziert und eng mit der Regierung zusammenarbeitet". So bleibt die Geldpolitik für alle nachvollziehbar.