Italiens Außenminister sagt: Auf die spitzen Kommentare von US-Präsident Donald Trump reagieren wir ab jetzt nicht mehr.

Stell dir vor, jemand ärgert dich immer wieder in den sozialen Medien. Irgendwann entscheidest du dich, einfach nicht mehr zu antworten. Genau das hat jetzt Italien mit US-Präsident Donald Trump gemacht. Außenminister Antonio Tajani hat in der Zeitung La Stampa gesagt: Italien wird auf Provokationen von Trump nicht mehr reagieren, damit der Streit unter Verbündeten nicht noch größer wird.

Hintergrund ist wohl dieser: Trump hat sich zuletzt über Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni in den sozialen Medien lustig gemacht. Meloni galt vorher als eine Art Trump-Versteherin in Europa. Trotzdem sagt Tajani: Italien bleibt Freund der USA – unter jedem Präsidenten. Wichtig sei, was man wirklich tue, nicht was man schreibe. Der Dialog mit dem amerikanischen Außenminister Marco Rubio laufe zum Beispiel ganz normal weiter.

Italien liegt nach eigenen Angaben bei den Verteidigungsausgaben mit 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sogar vor dem Zeitplan. Tajani sagt: Die NATO ist nicht nur ein Militärbündnis, sondern auch eine Verbindung zwischen Völkern. Und dass Europa eine eigene Verteidigungsfähigkeit braucht, werde immer dringender. Das Interview erschien am Dienstag in La Stampa.