Der Computer-Riese IBM hat im zweiten Quartal weniger Geld eingenommen als erwartet, und die Nachricht sorgte an den Börsen für einen Schock.

IBM hat seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal veröffentlicht. Dabei lag der Umsatz mit rund 17,2 Milliarden Dollar unter den Erwartungen von Experten, die im Schnitt mit 17,9 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Der Gewinn pro Aktie stieg zwar leicht um fünf Prozent auf 2,93 Dollar, das reichte den Anlegern aber nicht. Die IBM-Aktie verlor im vorbörslichen Handel in den USA zeitweise rund 23 Prozent an Wert und riss auch andere Software-Firmen wie Microsoft und SAP mit nach unten.

IBM-Chef Arvind Krishna erklärte den Misserfolg mit einem ungewöhnlichen Einkaufsverhalten der Kunden. Viele Firmen hätten in den letzten Juniwochen gehäuft Server, Speicher und Speicherchips bestellt, weil sie fürchteten, dass die Preise wegen Lieferengpässen steigen würden. Dieses Ausmaß an Vorziehkäufen habe IBM nicht kommen sehen, schrieb Krishna in einem Brief an die Aktionäre. Hintergrund ist ein weltweiter Mangel an Speicherchips, der durch den schnellen Aufbau von KI-Rechenzentren verschärft wird.