Finnische Forschende haben herausgefunden, dass Hummeln in einem Labyrinth kleine Bälle an eine bestimmte Stelle rollen, um an Futter zu kommen – und das sogar, wenn sie das Ziel gar nicht sehen.

Stell dir vor, du sollst an einen Keks kommen, der ganz oben auf einem Regal liegt. Du kannst nicht springen und keine Leiter finden. Was tust du? Genau dieses Problem haben Forschende aus Finnland Hummeln gestellt – und waren selbst überrascht, wie gut die Tiere es gelöst haben. In dem Versuch mussten die Hummeln einen kleinen Ball unter einen markierten Punkt an der Decke rollen, auf den Ball klettern und von dort aus an das Futter kommen. Im ersten Durchgang schafften das fast drei Viertel der Tiere, in einer schwierigeren Variante immerhin noch rund 80 Prozent – obwohl sie den Zielpunkt gar nicht mehr sehen konnten.

Die Hummeln sind also nicht einfach drauflos geflogen, sondern haben offenbar im Kopf behalten, was sie erreichen wollten. Das Besondere daran: Ihr Gehirn hat weniger als eine Million Nervenzellen. Zum Vergleich: Unser Gehirn hat rund 86 Milliarden. Trotzdem scheinen die kleinen Insekten Aufgaben zu lösen, für die man bisher vor allem Schimpansen, Krähen oder Elefanten kannte. Eine Forscherin, die nicht selbst an der Studie beteiligt war, sagte dazu: „Intelligent brains come in really diverse shapes and sizes" – auf Deutsch: Intelligente Gehirne gibt es in ganz unterschiedlichen Formen und Größen.