Nach einem Messerangriff kam es in Belfast zwei Nächte in Folge zu schweren Ausschreitungen mit Bränden und Angriffen auf Migrantinnen und Migranten.

Was ist passiert? In Belfast, der Hauptstadt von Nordirland, haben maskierte Gruppen in zwei aufeinanderfolgenden Nächten randaliert. Sie haben Autos, Busse und Häuser angezündet, Steine auf die Polizei geworfen und gezielt Menschen mit Migrationshintergrund angegriffen. Auslöser war ein Messerangriff am Montagabend, bei dem ein 40-jähriger Mann schwer verletzt wurde. Ein 30-jähriger Mann aus dem Sudan wurde unterdessen als Tatverdächtiger festgenommen und wegen versuchten Mordes angeklagt.

Wer hilft? Die Polizei war mit zusätzlichen Kräften im Einsatz und hat unter anderem mit Wasserwerfern geantwortet. Rettungskräfte haben Familien aus brennenden Häusern geholt, darunter auch ein zwei Monate altes Baby. Politikerinnen und Politiker verschiedener Parteien, darunter Premier Keir Starmer, die nordirische Regierungschefin Michelle O'Neill und die Polizeiministerin Naomi Long, haben die Gewalt deutlich verurteilt. Pastor Jack McKee hat Menschen aus seiner Kirchengemeinde in Sicherheit begleitet. Auch die Familie des verletzten Opfers hat öffentlich dazu aufgerufen, die Tat nicht als Vorwand für Hass zu benutzen.