Nach dem Tod der elfjährigen Lyhanna will die französische Regierung tausende alte Verfahren noch einmal ansehen.

Was ist passiert? In Frankreich wurde die elfjährige Lyhanna getötet. In ihrer Heimatstadt Fleurance gingen am Wochenende rund 6.000 Menschen schweigend mit weißen T-Shirts auf die Straße, um an sie zu erinnern. Viele hielten ein Transparent mit der Aufschrift "Nie wieder!" hoch. Auf Plakaten stand auch: "Wir lieben dich, wir vermissen dich". Der Fall sorgt im Land für große Bestürzung, weil herauskam, dass es schon vorher Anzeigen gegen den Verdächtigen gab, die offenbar nicht richtig bearbeitet wurden.

Wer hilft? Justizminister Gérald Darmanin hat angekündigt, dass bis Mitte Juli rund 70.000 alte Strafanzeigen noch einmal geprüft werden, bei denen Kinder betroffene Opfer sind. Er sagte, er und alle wichtigen Richterinnen und Richter würden in dieser Zeit nicht in den Urlaub fahren, sondern jede Staatsanwaltschaft persönlich befragen. Außerdem kündigte er an, dass es Konsequenzen geben soll, falls Fehler gefunden werden. Expertinnen und Experten einer unabhängigen Kommission für sexualisierte Gewalt an Kindern, der Ciivise, unterstützen die Forderung nach besseren Strukturen.