Beim traditionsreichen Karlsbader Filmfestival hat in diesem Jahr ein Film aus Myanmar den Hauptpreis gewonnen.

Stell dir vor: Ein Film aus Myanmar, einem Land in Südostasien, hat den wichtigsten Preis bei einem der ältesten Filmfestivals der Welt gewonnen. Der Film heißt auf Deutsch "Obstpflücken" und kommt vom Regisseur Aung Phyoe. Bei der großen Abschlussgala am Samstagabend bekam er den Kristallglobus überreicht – so eine Art goldene Kugel aus Glas, die den besten Film des Wettbewerbs ehrt. Dazu gab es noch 25.000 US-Dollar, das sind umgerechnet fast 22.000 Euro.

Das Festival in Karlsbad gibt es schon seit 1946, also seit über 80 Jahren. Es ist damit eines der ältesten Filmfestivals überhaupt. Jedes Jahr im Sommer kommen Zehntausende Menschen in den kleinen Kurort, der zwischen Bayreuth und Chemnitz liegt. In diesem Jahr wurden über 132.500 Tickets für 472 Filmvorführungen verkauft. Die Leute mögen besonders die entspannte Stimmung dort.

Auch viele berühmte Schauspielerinnen und Schauspieler kommen jedes Jahr nach Karlsbad. In diesem Jahr war zum Beispiel Dustin Hoffman da, der mit dem Film "Die Reifeprüfung" von 1967 berühmt wurde. Er ist heute 88 Jahre alt und stellte seinen alten Film noch einmal persönlich vor. Außerdem bekam die Schauspielerin Anna Schinz den Preis für die beste Darstellerin für den Film "A Happy Family". Sie wurde schon durch den Film "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" bekannt.

Das Festival ist wichtig, weil es Filme aus Ländern zeigt, die man sonst selten im Kino sieht. So bekommen Filmemacher aus aller Welt eine Bühne, um ihre Geschichten zu erzählen. Mit dem Preis für den Film aus Myanmar rückt das Festival dieses Mal Südostasien in den Blick.