Die Bundesanwaltschaft klagt einen Ukrainer an, der die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee koordiniert haben soll.
Was ist passiert? Im September 2022 gab es in der Ostsee mehrere Explosionen. Dabei wurden Teile der Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 beschädigt, die russisches Gas nach Europa transportieren sollten. Rohre auf dem Meeresboden wurden in etwa 70 bis 80 Metern Tiefe durch Sprengstoff zerstört. Nun, fast vier Jahre später, hat die Bundesanwaltschaft beim Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg Anklage gegen den Ukrainer Serhij K. erhoben. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, die Sabotage koordiniert zu haben.
Wer hilft und ermittelt? Ermittelt haben vor allem das Bundeskriminalamt (BKA), die Bundespolizei und die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Sie fanden unter anderem Sprengstoffspuren auf einer gecharterten Segeljacht namens "Andromeda". Im August 2025 wurde Serhij K. in Italien festgenommen und nach monatelanger Gegenwehr im November 2025 nach Deutschland ausgeliefert. Ein Gericht in Polen ließ einen weiteren Verdächtigen dagegen nicht nach Deutschland ausliefern. Deutschland ist das einzige Land, das noch in dem Fall ermittelt; Schweden und Dänemark haben ihre Verfahren 2024 eingestellt.
