Der US-Energiekonzern ExxonMobil steckt rund eine Milliarde Dollar in ein Offshore-Projekt vor der Küste Nigerias und kehrt damit nach fast zehn Jahren zu eigenen Bohrungen in dem Land zurück.
Stell dir vor, unter dem Meeresboden vor Nigeria liegt viel Öl. ExxonMobil will dort gemeinsam mit Partnern ein bestehendes Feld, das Usan-Feld, erweitern. Das Ganze heißt Usan-Infill-Projekt und kostet rund eine Milliarde US-Dollar. "Infill" bedeutet, dass zwischen schon bestehenden Bohrungen neue Löcher gebohrt werden, um noch mehr Öl herauszuholen.
Das Projekt soll in etwa 18 Monaten starten und dann täglich rund 40.000 Barrel Öl zusätzlich liefern. Ein Barrel sind ungefähr 159 Liter. Das ist eine ganze Menge. Die zuständige Behörde NUPRC, das ist die Öl-Aufsicht Nigerias, hat den Plan am Dienstag in der Hauptstadt Abuja öffentlich gemacht.
Die Investition ist auch eine politische Nachricht: ExxonMobil hat in Nigeria seit 2016 nicht mehr selbst gebohrt. Jetzt kommt das Unternehmen zurück. Das ist ein Signal, dass Nigeria für ausländische Ölkonzerne wieder interessanter werden will, zum Beispiel durch klarere Regeln und neue Lizenzen für die Erkundung von Ölfeldern im Meer. Gleichzeitig will Nigeria seine Ölproduktion ankurbeln, weil sie in den letzten Jahren gesunken ist.
