Ein Ölkonzern aus den Arabischen Emiraten kauft das südafrikanische Tankstellennetz von Shell – inklusive Shops und Luftfahrtgeschäft.
Du hast vielleicht schon einmal gesehen, dass an Tankstellen in Südafrika das gelb-rote Shell-Logo hängt. Dieses Netz wechselt jetzt den Besitzer: Adnoc Distribution, eine Tochter des staatlichen Ölkonzerns aus Abu Dhabi, übernimmt das Geschäft für eine Milliarde US-Dollar. Zum Deal gehören 580 Tankstellen, das Schmierstoffgeschäft und sogar der Verkauf von Flugzeugtreibstoff. Damit bekommt Adnoc einen Marktzugang in einem Land, in dem Shell seit mehr als 120 Jahren verkauft.
Damit du die Größe einordnen kannst: Im Jahr 2025 wurden an den 580 Standorten rund 3,5 Milliarden Liter Kraftstoff verkauft und 360 kleine Läden betrieben. Südafrika ist für Adnoc erst der vierte Markt im Ausland, nach den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Ägypten. Die Shell-Marke soll aber über eine Lizenz weiter an den Tankstellen stehen bleiben.
Was bedeutet der Deal für den Wettbewerb? Bisher dominieren in Südafrika große Rohstoffhändler das Geschäft: Vitol ist mit seinem Gemeinschaftsunternehmen Vivo Energy Marktführer, Glencore betreibt das zweitgrößte Netz. Mit Adnoc kommt jetzt ein neuer, staatlich kontrollierter Mitspieler hinzu, der das Geschäft weiter verändern könnte. Der Firmenchef Bader Saeed Al Lamki sagte, das Unternehmen sei „weiterhin hungrig auf Wachstum“ und sehe in Südafrika langfristige Chancen. Der Abschluss der Transaktion wird 2027 erwartet.
