Am Samstag hat die österreichische Filmemacherin Sandra Wollner einen wichtigen Preis beim Filmfestival in Cannes abgeräumt – mit einem Film über Familie, Verlust und Geheimnisse.
Stell dir vor, du drehst einen Film und plötzlich wirst du an der Côte d'Azur auf die Bühne gerufen, um einen Preis entgegenzunehmen. Genau das ist Sandra Wollner passiert. Ihr neuer Film 'Everytime' lief in der Nebenreihe 'Un Certain Regard', die für besonders mutige Erzählweisen bekannt ist. Die Geschichte dreht sich um eine Mutter (gespielt von Birgit Minichmayr) und ihre beiden Töchter – doch die ältere Tochter stirbt. Der Film zeigt, wie sich danach alles verändert.
Wollner ist in der Steiermark aufgewachsen und hat schon als Kind gemerkt, dass sie Geschichten anders einfängt als andere. Bei einem Badeunfall am Klopeiner See, als sie erst drei Jahre alt war, lernte sie, wie schnell sich Bewusstsein verändern kann. Dieses Gespür für gestörte Wahrnehmungen zieht sich durch ihre Arbeit. Sie las viel Christine Nöstlinger und hörte durch ihren 13 Jahre älteren Bruder die experimentelle Band Einstürzende Neubauten – beides hat ihren Blick auf die Welt geformt.
