Bei der Tour de France wurden Spitzenfahrer wie Jonas Vingegaard mitten in der Nacht aus dem Bett geklingelt – damit Doping-Sünder nicht durchschlüpfen können.
Was ist passiert? Bei der Tour de France hat die Internationale Testagentur (ITA) etwas gemacht, das es seit elf Jahren nicht mehr gab: Sie hat nachts Dopingtests gemacht. Normalerweise darf man Sportler nur zwischen 6:00 und 23:00 Uhr kontrollieren. Aber manche Stoffe – zum Beispiel Wachstumshormone, Testosteron oder bestimmte EPO-Varianten – sind im Körper nur ein paar Stunden lang nachweisbar. Wer so etwas vor dem Einschlafen nimmt, ist am Morgen sauber – wenn niemand nachts vorbeischaut. Genau das hat die ITA ändern wollen. Dafür brauchte sie eine Sondergenehmigung von einem Gericht in Paris.
Wer hilft da eigentlich? Die ITA ist die Organisation, die im Auftrag des Weltradsportverbands UCI Dopingkontrollen macht. Sie hat die Tests organisiert und die richterliche Erlaubnis beantragt. Unterstützt wurde sie von Jonathan Vaughters, einem früheren Profi, der selbst mal gedopt hat und heute sagt: Hätte man damals nachts getestet, wäre dem Sport viel Drama erspart geblieben. Auch Ernst König von Swiss Sports Integrity sagt: Das Ziel ist Fairness – gleiche Regeln für alle.
