Bei der großen Film-Gala in Berlin wurde die Schauspielerin Senta Berger mit 85 Jahren zum ersten Mal für den Deutschen Filmpreis nominiert – und hat direkt gewonnen.

Am Freitagabend fand in Berlin der Deutsche Filmpreis statt. Das ist die wichtigste Auszeichnung für Filmschaffende in Deutschland. Etwa 1.900 Gäste waren eingeladen, darunter viele bekannte Schauspielerinnen und Regisseure. Die 85-jährige Senta Berger bekam den Preis als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in der Tragikomödie 'Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke'. Es war ihre allererste Nominierung – und sie gewann gleich. Das Publikum applaudierte im Stehen. Der Film wurde von ihrem Sohn Simon Verhoeven gedreht, der ihr auf der Bühne einen Kuss gab und sagte, wie stolz er auf sie ist.

Ein anderer wichtiger Moment des Abends war die Rede von Regisseur Wim Wenders. Er bekam den Ehrenpreis für sein Lebenswerk. In seiner Dankesrede sprach er offen über eine Szene aus seinem alten Film 'Falsche Bewegung' von 1975. Darin war die Schauspielerin Nastassja Kinski mit 13 Jahren mit nacktem Oberkörper zu sehen. Kinski sagt, sie habe schon damals gespürt, dass das nicht in Ordnung war. Wenders sagte, er würde die Szene heute nicht mehr so drehen. Er bat die Filmakademie, mit jungen Leuten darüber zu diskutieren, wie man mit solchen alten Filmszenen umgehen soll. Das zeigt, dass auch erfahrene Künstler aus der Vergangenheit lernen und Verantwortung übernehmen wollen.